Ablauf einer Behandlung

Röntgen und Narkose: so schonend wie möglich

Da es sich bei unseren Zahnpatienten häufig um ältere Tiere handelt und Zahnbehandlungen oft lange dauern legen wir viel Wert auf ein schonendes Narkosemanagement. Nach der Behandlung kommen unsere Patienten in die Aufwachstation und können, wenn keine längere Überwachung notwenig ist, meist am selben Tag von Ihnen angeholt werden.
Mehr zu Narkose und Hygiene lesen Sie hier.

Nach Auswertung aller Befunde erstellen wir die exakte Diagnose und einen Behandlungsplan für Ihr Tier. Die erhobenen Befunde und Therapieoptionen werden mit Ihnen auf Wunsch (in der Regel telefonisch) vor der eigentlichen Behandlung besprochen, die Abgabe eines Kostenvoranschlages erfolgt erst nach Behandlungsplanung.

Mit meinem Tier zum Zahnarzt

Nach einer gründlichen Allgemeinuntersuchung kann ein erster Überblick über eine bestehende Zahnproblematik gewonnen werden. Eine genaue Diagnostik ist beim Tier nur in Vollnarkose möglich. Hierzu wird in der Regel zuerst eine gründliche Zahnreinigung und Desinfektion der Maulhöhle durchgeführt, bevor die Zahnkronen untersucht und die Zahnfleischtaschen sondiert werden können.
Die Maulhöhle ist erst in Narkose komplett einsehbar und einer genauen Untersuchung zugänglich.

Da nur etwa 40% des Zahnes von aussen eingesehen werden können (60% des Zahnes befinden sich im Kieferknochen) werden Röntgenaufnahmen von Zahn und/oder Kiefer erstellt, um an Hand der Aufnahmen eine genaue Aussagen über die Zahnerkrankung machen zu können.

Fragen & Antworten zur Behandlung

  1. Mit wieviel Wartezeit muss ich in Ihrer Praxis rechnen?

    Wir sind eine Terminpraxis und versuchen Wartezeiten so weit wie möglich zu vermeiden. Es kann allerdings passieren, dass eine vorhergehende Behandlung unerwartet viel Zeit in Anspruch nimmt oder, dass ein Notfall dazwischen kommt. In diesen Fällen kann es zu Wartezeiten kommen.

  2. Was kostet eine Zahnbehandlung?

    Bei Patienten mit Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein  vor der Narkose Blutuntersuchungen einzuleiten, für die Kosten zwischen€  25.- und € 85.- anfallen. Hierbei lässt sich das Narkoserisiko besser abschätzen.

    Die Kosten einer Zahnbehandlung gliedern sich in Narkose mit klinischer Allgemeinuntersuchung, Legen eines Venenkatheters, Narkoseeinleitung, Inhalationsnarkose mit kontrollierter Beatmung, Narkoseüberwachung mittels modernster Technik und entsprechend geschultem Personal sowie Infusionsbehandlung zur Kreislaufstabilisierung. Hierfür sind mit Kosten zwischen € 140.- bis 170.- zu rechnen.

    Die eigentliche Zahnbehandlung gliedert sich in Diagnostik (intraorale Röntgendiagnostik) und die Therapie. Hier ist mit Kosten je nach Aufwand zwischen € 30.- und € 600.- zu rechnen. Die Abgabe eines verbindlichen Kostenvoranschlages kann erst nach eingehender Diagnostik erfolgen.

  3. Mein Tier frißt ganz normal. Kann es denn Zahnschmerzen haben?

    Ja, das ist häufig so! Denn Fressen ist eine Frage des Überlebens! Zahnschmerzen, als Anzeichen einer Erkrankung von Zähnen oder Maulhöhle sind bei Tieren schwer zu erkennen: deshalb werden Tiere mit Zahnerkrankungen leider oft erst relativ spät bei uns vorgestellt. Ein Tier wird trotz erheblicher Schmerzen solange wie möglich weiterhin fressen, denn in freier Wildbahn wäre es ohne die Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme zum Tode verurteilt! Häufig kauen Tiere mit Zahnschmerzen einseitig, werden kopfscheuer, ziehen sich zurück und leiden still.

  4. Kann man eine Zahnbehandlung am wachen Tier ohne Narkose durchführen?

    Nein, denn…

    … eine vollständige Untersuchung der Maulhöhle ist im Wachzustand nicht möglich. Auch Röntgenuntersuchungen der Zähne können im Wachzustand nicht durchgeführt werden.

    … bei einer Zahnreinigung ist besonders der Bereich der Parodontaltaschen wichtig. Das Parodontalgewebe ist sehr schmerzempfindlich und verletzlich. Kleine Abwehrbewegungen können so sehr schmerzhaft sein und zu folgenreichen Verletzungen führen. Bei der Zahnreinigung wird mit Ultraschall-Geräten gearbeitet, die mit Wasser gekühlt werden. Die Geräusche des Ultraschallgerätes sind für Hunde und Katzen sehr unangenehm, die Absaugung ebenfalls beängstigend. Zutrauliche Tiere können so schnell das Vertrauen in den Menschen verlieren und kopfscheu werden! Eine rein kosmetische Behandlung der Zahnkronen ist aus Tierschutzgründen abzulehnen.

  5. Mein Hund stinkt aus dem Maul. Ist das nicht normal?

    Meist ist Maulgeruch der erste und für den Laien auch einzige Hinweis auf das Vorliegen einer Zahn- oder Maulhöhlenerkrankung!

  6. Mein Tier hat sich einen Zahn abgebrochen. Muß da was gemacht werden?

    Jeder abgebrochene Zahn, bei dem die Pulpenhöhle eröffnet ist („der Nerv liegt frei“) muss behandelt werden. Ein abgebrochener Zahn kann nicht mehr heilen und führt zu Schmerzen!

  7. Ist mein Tier für eine Zahnbehandlung schon zu alt?

    Das Risiko von schmerzhaften Zahnerkrankungen steigt im Alter. Oft führen chronische Erkrankungen der Zähen und der Maulhöhle zu Erkrankungen des Herzens, der Nieren, der Gelenke etc. Grade alte Patienten blühen oft nach Zahnsanierungen wieder auf! Mit den heutigen Untersuchungs- und Narkosetechniken läßt sich das Narkoserisiko auch bei alten und vorerkrankten Tieren auf ein Mindestmaß reduzieren.

  8. Wie oft sollte eine professionelle Zahnreinigung in Narkose durchgeführt werden?

    Diese Frage läßt sich leider nicht pauschal beantworten. Die Abstände zwischen professionellen Zahnreinigungen ist abhängig von der Rasse ihres Tieres, der Ernährung, bestehenden Zahnfehlstellungen, bestehenden Zahn- oder Zahnbetterkrankungen und natürlich auch von der Intensität der häuslichen Zahnpflege, dem Zähneputzen!